Auf ein Wort

»Guter Unterricht und sichere Schulen« – das sind unsere Ziele!

Heinz-Peter Meidinger

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

herzlich grüße ich Sie in dieser schwierigen Zeit und hoffe und wünsche Ihnen allen, dass Sie die Ostertage zum Kraftschöpfen erleben konnten. Sie, wir alle brauchen die Kraft, um durchzuhalten – gerade wir, die wir hoffentlich einen langen Atem haben, um nach wie vor unsere Demokratie als Staatsbürger zu tragen und uns nicht von Zweifeln und Unsicherheiten ‘anfechten’ zu lassen. Energische Forderungen an unsere Dienstherren sind in dieser Zeit jedoch gleichwohl nötig.

»Jeden Tag treffen sich elf Millionen Menschen ohne Einhaltung von Abstandsregeln in unseren Schulen. Sollen die Schulen offen bleiben für die Kinder, brauchen wir schnelle Impfungen für Lehrer!« habe ich am 9. Dezember letzten Jahres in »Eine zentrale Corona-Entscheidung – und wieder am Bundestag vorbei« (DIE WELT, 9. Dezember 2021) gesagt.

Die Situation hat sich ein wenig geändert – aber noch nicht genug: Denn immerhin haben bis Ostern mittlerweile fünf von sechzehn Kultusministern ihren Lehrkräften an weiterführenden Schulen ein Impfangebot gemacht. Andersherum: Außer in Baden-Württemberg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Hessen haben sich die Kultusminister bis zum genannten Zeitpunkt in dieser für uns wichtigen Angelegenheit nicht durchsetzen können.

Der Deutsche Philologenverband hat deshalb in einer Pressemitteilung auf eine weitere politische Möglichkeit aufmerksam gemacht, den Lehrkräften an weiterführenden Schule gemäß der Coronavirus-Impfverordnung vom März 2021 im Rahmen von § 1 Abs. 3 ein Impfangebot zu ermöglichen. Hier kann nämlich dann von der festgelegten Impf-Reihenfolge abgewichen werden, wenn dies zum Beispiel für eine effiziente Organisation der Schutzimpfungen notwendig ist oder auch um eine dynamische Ausbreitung des Virus SARS-CoV 2 aus hochbelasteten Grenzregionen sowie in oder aus Hochinzidenzgebieten in der Bundesrepublik zu verhindern.

»Guter Unterricht und sichere Schulen« – das sind die zur Zeit wichtigen übergreifenden Ziele, für die wir Philologen eintreten.

Ein wichtiger Baustein dafür sind Impfungen und vernünftige Testkonzepte (diese insbesondere auch für die anstehenden Abiturprüfungen). Aber darüber hinaus brauchen wir von unseren Kultusministerien für unsere schulischen Aufgaben langfristigere Strategien und deren planvolle Umsetzung – gerade auch in der kurzatmigen Corona-Zeit:

Wie können und sollen Gymnasien den Erziehungs- und Bildungsbedarfen der Kinder und Jugendlichen während und nach der Corona-Zeit gerecht werden? Welche besseren Voraussetzungen für gelingende Erziehungs- und Bildungsprozesse bekommen die Schulen über ihre jetzige materielle und personelle Aufstellung hinaus?

Der Beantwortung dieser Fragen gebührt das langfristige politische Engagement, das die Kultusministerien momentan in ihrem Eintreten für den Präsenzunterricht zwar behaupten, bisher aber noch nicht ausreichend gezeigt haben.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre
Susanne Lin-Klitzing

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