Auf ein Wort

Ein schwieriges Jahr mit Licht am Horizont …

Heinz-Peter Meidinger

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

herzlich grüße ich Sie zum Ausklang dieses durch das Corona-Virus dominierten Jahres, das uns alle an unsere Grenzen bringt. Ein Hoffnungslicht scheint in der Erschöpfung auf, gleichwohl werden wir abwarten müssen, ob und wann sich die Erwartungen an die aktuell produzierten Impfstoffe gegen das Corona-Virus bestätigen werden. Ich wünsche es Ihnen, dass Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler sich im Laufe des nächsten Jahres wieder unter regulären Schul- und Unterrichtsbedingungen begegnen können, um das zu erleben, was Schule auch ausmacht: ein frohes Miteinander, in dem relativ unbeschwert unterrichtet, gelacht und gelernt, gesungen und miteinander Sport gemacht werden kann und Lehrkräfte und ihre Schülerinnen und Schüler sich wieder ganzheitlich wahrnehmen und unter gesunden Bedingungen weiterentwickeln können.

Zum Ende des letzten Jahres benannte ich drei Baustellen, an denen die Kultusministerkonferenz nicht weitergekommen war: mehr Vergleichbarkeit auf höherem Niveau, was das Abitur anlangt; die Gründung eines Nationalen Bildungsrates, den der Deutsche Philologenverband eher als einen Wissenschaftlichen Beirat der KMK konzipierte und dies auch so den Ministerpräsidenten der Länder darstellte; Maßnahmen zur Behebung des Lehrkräftemangels sowie die Festlegung gemeinsamer Standards für die notwendige akademische und pädagogische Nachqualifikation von Quer- und Seiteneinsteigenden für den Lehrberuf. Letzteres ist der KMK nicht gelungen: Die Auswirkungen trafen insbesondere in der Corona-Krise noch einmal umso schmerzhafter die im Dienst stehenden Lehrkräfte und ihre Schülerinnen und Schüler.

Aus dem Nationalen Bildungsrat ist erfreulicherweise in der Tat ein kontinuierlicher wissenschaftlicher Beirat geworden, der jetzt ‘Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz’ heißt, in einer überschaubaren Größe bei der KMK angesiedelt und dessen Leitung und Zusammensetzung nun vorbereitet wird. Konkrete Vorschläge des DPhV für mehr Vergleichbarkeit auf höherem Niveau für die Abiturregelungen der Länder wurden in der Ländervereinbarung bisher leider nur auf die ‘Agenda der politischen Vorhaben’ gesetzt. Aktuell werden wir angesichts von Corona auch eher darum kämpfen müssen, dass das bisherige Niveau im Abitur erreicht und erhalten wird. Ein gewichtiges Argument, um aktuell thematisierten Kürzungen zur Senkung der Abituranforderungen entgegenzutreten, ist, dass die Anforderungen der Universitäten und der Ausbildungsberufe an die Abiturientinnen und Abiturienten mitnichten gesunken sind. Die Politik erwiese den Absolventen einen Bärendienst, wenn sie vermeintliche ‘Erleichterungen’ für das Abitur auf den Weg brächte, die sich für die akademische und berufliche Zukunft der Abiturienten eher als Mangel an notwendigen Bildungsvoraussetzungen für Studium und Ausbildung zeigen werden und damit eher Problem als Lösung sind.

Wir alle wünschen uns nach dem jetzigen Corona-Jahr 2020 deutliche Veränderungen für unsere Arbeitsbedingungen im nächsten Jahr. Diese ersehnten Veränderungen der Arbeitsbedingungen sind damit eindeutig positiv besetzt. Für unsere langjährige DPhV-Pressesprecherin, Eva Hertzfeldt, stellt sich die Situation anders dar. Sie wird in 2021 einen neuen Lebensabschnitt beginnen, hat sie doch schon jetzt länger als gesetzlich vorgesehen für den Deutschen Philologenverband gearbeitet.

Mit ihrer Einstellung Anfang 2002 durch den damaligen DPhV-Vorsitzenden Peter Heesen war die Neugründung der Geschäftsstelle des Deutschen Philologenverbandes nun in Berlin verbunden. Zusätzlich zur bereits damals bewährten und heutigen Geschäftsführerin Gabriele Lipp wurden Eva Hertzfeldt und die damaligen Sekretärinnen Yvonne Wagner und Manuela Rieken 2002 eingestellt. Eva Hertzfeldt löste den damaligen Redakteur von Profil, Dieter Fengels, ab und gestaltete vieles an Profil neu, das 1994 aus der ‘Höheren Schule’ erwachsen war.

Mit dem jetzigen Profil-Heft 12/20 schließt sich der Kreis der Profil-Ausgaben, die sie gestaltete, lautete doch die Überschrift der damaligen Einführung im Heft 1-2/2002 des damaligen Vorsitzenden: »Veränderung – das ist das Stichwort, das derzeit die Arbeit des Deutschen Philologenverbandes bestimmt«. Eva Hertzfeldt begleitete den DPhV durch fast zwanzig, häufig aufregende Jahre. Dazu gehörte bereits 2003 das 100-jährige Jubiläum des Deutschen Philologenverbandes, auf dem der damalige Bundespräsident Johannes Rau sprach.

Zu ihren ‘DPhV-Kindern’ gehörten neben Profil insbesondere die profilierten Wettbewerbe des DPhV: 2008 wurde ‘lyrix’ gegründet. Eva Hertzfeldt gestaltete als Pressesprecherin lyrix maßgeblich und so erfolgreich mit, dass lyrix mittlerweile zu einem kontinuierlich vom BMBF geförderten ausgezeichneten Bundeswettbewerb geworden ist. Im Rahmen unseres ‘Deutschen Lehrerpreises – Unterricht innovativ’ wurden ab 2009 Preise für Lehrkräfte und ihre innovativen Unterrichtsideen verliehen. Eva Hertzfeldt hat auch diesen Wettbewerb über drei Förder-Generationen von Stiftungen hinweg begleitet und kooperativ weiterentwickelt. 2021 nun werden wir gemeinsam mit der Heraeus-Bildungsstiftung die diesjährigen Preisträger prämieren. Und selbstverständlich wird Eva Hertzfeldt dabei sein. Danke, Eva!

Mit herzlichen Grüßen & besten Wünschen für ein gesundes Weihnachten und 2021

Ihre
Susanne Lin-Klitzing

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