Auf ein Wort

Kommt grundlegende Reform der Kultusministerkonferenz?

Heinz-Peter Meidinger

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

bereits 2019 hat sich der Deutsche Philologenverband für eine grundlegende Reform der Kultusministerkonferenz (KMK) stark gemacht. Das war auch Thema auf einem gemeinsamen Treffen mit 15 Fachverbänden, auf dem sämtliche Vertreter und Vertreterinnen beklagten, dass sie – wie wir – in der Regel erst am Schluss in die Anhörung von Standards für die Unterrichtsfächer einbezogen würden. An unserem diesbezüglichen Runden Tisch hatten der Bundesverband der katholischen Religionslehrer und -lehrerinnen an Gymnasien, der Bundesverband Musikunterricht, der Dachverband der Geowissenschaften, die Deutsche Physikalische Gesellschaft, die Deutsche Vereinigung für Politische Bildung, der Deutsche Altphilologenverband, der Deutsche Germanistenverband, der Deutsche Spanischlehrkräfteverband, der Fachverband Philosophie, der Gesamtverband Moderne Fremdsprachen, die Gesellschaft Deutscher Chemiker – Fachgruppe Chemieunterricht, die Gesellschaft für Informatik, der Verband Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland, der Verband Deutscher Schulgeographen sowie die Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer teilgenommen.

Viel besser sei es doch, darin waren wir uns einig, gleich am Anfang eines Prozesses entscheidende Impulse geben zu können. Ähnlich übereinstimmend war auch die Einschätzung, keine Rückmeldung zu eingegebenen Positionen zu bekommen, und die Feststellung, dass man häufig von den eigenen Eingaben nichts im endgültigen Dokument wiederfände, das häufig genauso aussehe, wie das, das anfänglich in die Anhörung gegeben wurde. Für die Standards bleibt unsere Grundüberzeugung und Forderung: Wir brauchen wieder mehr verbindlich festgeschriebene Inhalte!

Anlässlich einer aktuellen Evaluation der KMK fordert der DPhV nun erneut eine längere Amtszeit für die KMK-Präsidentschaft aber eine kürzere für den Generalsekretär, denn jährlich wechselnde Schwerpunktsetzungen der KMK-Präsidentschaft, bedingt durch nur einjährige Amtszeiten, erschweren das substanzielle Angehen länderübergreifender Probleme! Dazu gehören die strukturelle Bekämpfung des wiederkehrenden ,Schweinezyklus‘ von regelmäßig zu vielen und zu wenigen Lehrkräften, die gemeinsame Formulierung von Mindeststandards sowohl für quer- und seiteneinsteigende Lehrkräfte als auch für die angemessene Digitalisierung an Schulen. Die Präsidentschaft muss hier nachdrücklich längerfristige Perspektiven und strategische Ziele verfolgen, das kann nicht in einem Jahr Präsidentschaft gewährleistet werden – und sie muss dementsprechend mit eigenen Impulsen durchsetzungskräftiger gegenüber der eigenen KMK-Verwaltung werden.

Die Arbeit der Kultusministerkonferenz ist im Föderalismus und qua Grundgesetz unverzichtbar, eine Professionalisierung ihrer Arbeit halten wir jedoch für dringend erforderlich, um die Probleme im Bildungsbereich langfristig lösen zu können und um eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung für diese Bildungsarbeit zu bekommen.

Ich bin mit Ihnen, liebe Kollegen und Kolleginnen, auf das Ergebnis dieser Evaluation der KMK gespannt, noch viel mehr auf die daraus folgenden Konsequenzen und

verbleibe mit herzlichen Grüßen an Sie!

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