Auf ein Wort

War das ein Schuljahr… nun endlich Sommerferien!

Heinz-Peter Meidinger

Liebe Kollegen, liebe Kolleginnen,

ein außergewöhnliches Schuljahr und das diesjährige Abitur unter außergewöhnlichen Begleitumständen liegen hinter Ihnen. Das ist gut so! Alle sind froh, auf ein relativ ‘normales’ Abitur mit Abschlussprüfungen zurückblicken zu können und die vergangenen Corona-Schul-Erfahrungen mit gewöhnungsbedürftigen Hygienestandards und gemischten Gefühlen, was den Präsenz- und Fernunterricht anlangt, in der unterrichtsfreien Zeit jetzt erst einmal hinter sich und in Ruhe Revue passieren zu lassen.

Gleichwohl wird auch das neue Schuljahr noch von Corona gezeichnet sein. Das bedeutet, dass das Ringen mit unseren Kultusministerinnen und Kultusministern um die bestmöglichen Bedingungen für Schule und Unterricht in der Corona-Zeit weitergehen wird – ebenso wie wir das Anliegen weiterverfolgen, dass Lehrkräften auch in der Corona-Medien-Öffentlichkeit eine wertschätzende und ausgewogene Berichterstattung zuteil wird. Hier erleben wir ja Unterschiedlichstes: Einen ehemaligen Bundeskanzler, der sein Vorurteil über Lehrkräfte als angeblich ‘faule Säcke’ revidierte und sich eines Besseren hat belehren lassen: »Es gibt ein großes Engagement von vielen über den Schulalltag hinaus«, sagte Gerhard Schröder in seinem aktuellen Podcast ‘Die Agenda’ und ebenso, dass die Lehrkräfte allein die sozial unterschiedlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler nicht wettmachen könnten. Genauso finden wir aber auch negativ-stereotypisierte Überschriften, wenn von ‘weltfremden Lehrern’ die Rede ist (FAZ), oder ein sog. ‘Lehrerbashing’ wie in ‘hart aber fair’, das allerdings im Nachhinein erfreulicherweise überwiegend kritisch durch etliche (Zeitungs-)Medien wie die WELT, die Berliner Morgenpost, den Focus, den Merkur, den Dieburger Anzeiger und den Spiegel kommentiert wurde.

Wie Lehrkräfte und Schulleitungen produktiv in der Corona-Zeit mit den spezifischen Herausforderungen umgegangen sind, zeigen wir in dieser Ausgabe exemplarisch am Beispiel unserer Philologenverbandskollegen M. Gretzschel, R. Hartung und M. Pabst.

Eine weitere Aktion für einen positiven Blick auf die Arbeit der Lehrkräfte in Corona-Zeiten ist die des Deutschen Philologenverbandes und der Heraeus-Bildungsstiftung. Wir wollen nämlich die Öffentlichkeit durch unseren Wettbewerb mit Preisverleihungen in Berlin teilhaben lassen an gutem Unterricht, am Leben und Arbeiten ausgezeichneter Lehrkräfte und ihrer vorbildlicher Schulleitungen auch und gerade in diesem ‘Corona-Jahr’: Wir starteten damit am 25. Mai nach den sog. Schulschließungen und eröffneten die zwölfte Ausschreibungsrunde unseres bundesweiten Wettbewerbs ‘Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ’.

Bewerben auch Sie sich bis zum 16. November 2020 gemeinsam mit Ihren Kollegen und Kolleginnen für die Kategorie ‘Unterricht innovativ’, schlagen Sie Ihre Schulleitung vor für die neue Kategorie ‘Vorbildliche Schulleitung’ und machen Sie unseren Wettbewerb an Ihrer Schule bekannt, damit Ihre Schülerinnen und Schüler Sie und Ihre Kollegen und Kolleginnen für den ‘Lehrerpreis’ vorschlagen können. Im März 2021 findet dann die Preisverleihung des ‘Deutschen Lehrerpreises – Unterricht innovativ’ in Berlin statt, bei dem in jeder Kategorie auch und gerade die besonderen Schul- und Unterrichtsbedingungen der Corona-Zeit berücksichtigt werden.

Wir wollen, dass guter Unterricht, die ausgezeichneten Leistungen der Lehrkräfte und die der vorbildlichen Schulleitungen gestärkt und in das Licht der Öffentlichkeit gerückt werden – in ein positives Licht, das ihnen auch und gerade in der Corona-Zeit gebührt, in der wir alle Neues lernen mussten!

Nun wünsche ich Ihnen aber vor allem erst einmal gute Erholung, viel Kraft für das neue Schuljahr und Mut, sich, ihre Kollegen und Kolleginnen und ihre Schulleitung für den ‘Deutschen Lehrerpreis – Unterricht innovativ’ vorzuschlagen (schauen Sie einmal auf S. 17 in diesem Heft)!

Mit herzlichen Grüßen!

Ihre
Susanne Lin-Klitzing

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