Auf ein Wort

Noch ist sie eher Phantasie als Realität, …

Heinz-Peter Meidinger

… liebe Kollegen und Kolleginnen,

… die Vergleichbarkeit des Abiturs durch den bundeszentralen Abiturprüfungspool!

Angesichts der derzeitigen Diskussion um das schriftliche Mathematikabitur sehen wir uns darin bestätigt, den zentralen Abituraufgabenpool nicht als die eine Lösung für eine bessere Vergleichbarkeit der Länderabiture auf hohem Niveau zu betrachten. Dies war und ist zu kurz gedacht! Die unterschiedlichen Reaktionen der Schülerinnen und Schüler, der Lehrkräfte und der Kultusminister und -ministerinnen in den Ländern auf das Mathematikabitur in diesem Jahr zeigen uns aktuell die Begrenztheit dieses von der Politik und der Wissenschaft vorangetriebenen Weges auf. Für mehr Vergleichbarkeit auf höherem Niveau sind weitergehende Maßnahmen nötig. Darauf weisen wir allerdings schon lange hin! Die Ereignisse rund um das Abitur in diesem Jahr zeigen, dass eine Konzentration auf Aufgabenpools, Standards und wissenschaftliche Institute nicht ausreicht!

Der Deutsche Philologenverband befürwortet seit langem eine stärkere Vergleichbarkeit der Landesabiture auf einem höheren Niveau als bisher. Dies fängt aber ja nicht erst bei den Abiturprüfungen an. Die überstarke Fokussierung in der öffentlichen und fachinternen Diskussion auf den bundeszentralen Abiturprüfungspool habe ich nie verstanden, sondern immer wieder darauf hingewiesen, dass sich die Abiturnote lediglich zu rund 25 Prozent aus allen schriftlichen Abituraufgaben zusammensetzt. Das ist nicht wenig, aber der weitaus größere Anteil der Abiturnote, nämlich zwei Drittel, wird in der gesamten Oberstufenzeit durch die Schülerinnen und Schüler erbracht. Hier müssen sie adäquat gefordert und gefördert werden, um gut auf die anschließenden Abiturprüfungen vorbereitet zu sein. Deshalb fordert der Deutsche Philologenverband u.a. kontinuierlich, dass die Schülerinnen und Schüler mehr als nur die jetzt von der Kultusministerkonferenz festgesetzten minimal 32 bis maximal 40 Kurse aus der gesamten Oberstufenzeit in die Abiturwertung einbringen müssen. Vor der jüngsten Veränderung der Kultusministerkonferenz eben dieser Einbringungspflicht der Oberstufenkurse haben sächsische Schüler beispielsweise mehr als fünfzig Kurse eingebracht.

Wir fordern ebenfalls schon seit langem von der Bildungspolitik bessere Regelungen für das notwendige ‘kontinuierliche Lernen und Leisten’ junger Menschen auf ihrem gesamten Bildungsweg ein, damit sie besser auf ihre Prüfungen und das Leben nach ihrem Schulabschluss vorbereitet werden.

Grundsätzlich setzt sich der Deutsche Philologenverband deshalb für eine verbindliche Grundschulempfehlung ein. An die Stelle der herrschenden Regelbildungsstandards sollten zudem normative, also von uns, der älteren und verantwortlichen Generation im Konsens gesetzte Mindeststandards für alle Schülerinnen und Schüler sowie Optimalstandards für besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler treten. Dies gilt für alle Bildungsabschlüsse, nicht nur für den Weg zum Abitur und nicht nur für die Mathematik!

Im gemeinsamen Eintreten für ein hochwertiges Abitur verbleibe ich

mit herzlichen Grüßen!

Ihre
Susanne Lin-Klitzing

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